Inga und Almuth - Unterwegs in Mexico, Guatemala und Belize

Am 26. Januar geht die Reise los. Um 7.30 Uhr werden wir ab Hamburg über München und Philadelphia nach Cancun fliegen. Von dort aus werden wir nach einigen Tagen Eingewöhnung gut 9 Wochen lang durch Guatemala, Belize und den Süden von Mexico reisen. Auf dieser Seite werden wir Euch über unsere Route und unsere Erlebnisse auf dem Laufenden halten.

Zur Einstimmung gibt es schon mal einige Wetterdaten... =))))

28.01.08 - Isla Mujeres

 

Hola Amigos,

wir senden schoene Gruesse von der Isla Mujeres, ueber die wir heute zusammen mit José eine Radtour gemacht haben....wir waren schnorcheln und beim Anblick der vielen bunten Fische hat sich Almuth auch fuers Tauchen erwaermen koennen :-)

Anschliessend gabs zur Erfrischung einen Strohhalm in die frisch gekoepfte Kokosnusss...mmmh..

Morgen gehts dann zum Tauchen und Schnorcheln nach Cozumel, einer Karibikinsel, die laut Empfehlungen und Lonely Planet wohl ganz schoene Spots bietet. Mehr Infos gibt es dann von dort!

Hasta luego Almuth und Inga

Hallo Ihr beiden,

das hört sich toll an- zumindest besser als die Aussage, die gerade aus dem Radio kommt: Schneematsch!! Wir haben euch gestern bei der Verabschiedung vermisst- aber verpaßt habt ihr nicht viel!! Die obligatorischen Reden im PI (Ich war wirklich geneigt ein karnevalistisches Tätä zu rufen!!), aber in der Sedanstr. war es dafür um so netter: Nis und Sonja haben toll gesungen und die Profs haben tatsächlich einen Sketsch aufgeführt!

Habt euch weiterhin gut. Liebe Grüße von den Zurückgebliebenen der Examenstruppe, Claudia

03.02.08 - Tulum

 

Eine gute Nachricht...wir sind nicht mehr allein :-) Diesen ansehnlichen Maennertrupp saehn wir am Strand von Playa del Carmen, als wir auf die Faehre nach Cozumel gewartet haben (bei dieser Gelegenheit haben wir uebrigens den Globetrotter Rotwein gekoepft). Cozumel an sich ist bis auf die Unterwasserwelt keine besonders erwaenenswerte Insel...ausser, dass einem neben Scooter, Jeeps und Schnorcheltrips auch "mexican boyfriends" angeboten werden, legen hier taeglich zwischen 3-12 Kreuzfahrtschiffe an, deren Touristen dann am Tage die Hauptstadt (bzw. deren Souvenirshops) San Miguel unsicher machen.

Unter Wasser jedoch war alles fantastisch...Almuth hat nun ihren Tauchschein und wir hoffen auf unserem weiteren Weg noch einige schoene Spots sehen zu koennen. Vorgestern haben wir uns dann unseren ersten Cocktail gegoennt, da ich die Nachricht bekam, dass ich einen Referendariatsplatz in Hamburg bekommen habe. Ich bleibe Hamburg also auch in Zunkunft erhalten! 

Heute haben wir die Insel verlassen, um nach Tulum zu fahren und haben auf bei unserer Suche nach den schoenen cabañas am Strand auch gleich das erste Mal verlaufen...aber die Natur war schoen und wir waren das erste Mal abseits der Pfade unterwegs. Nur leider ohne Erfolg. Letztlich haben wir aber nun eine bezahlbare Unterkunft in Strandnaehe gefunden.

Kulinarisch ist auch alles super! Wir wissen zwar oft nicht, was wir bestellt haben, aber von der viel gefuerchteten Reisediarrhoe sind wir bisslang verschont worden und Almuth gewoehnt sich langsam auch an das Chili (und an Fisch)! Sprachlich scheint Almuth zwar irgendwie in Italien (sie sagt due statt dos und cotschina statt cocina ....) angekommen zu sein, aber dies und auch die panische Suche nach dem Portemonaie (welches allerdings noch nie wirklich weg war) wird sich mit der Zeit sicher noch geben.

Hasta luego,

Almuth und Inga

 

 

Eindruecke der ersten zehn Tage...

07.02.08 - San Cristóbal de Las Casas

 

Bevor es in den Djungle geht noch kurz ein paar Worte...

 

Wir haben die letzten 3 Tage in San Christobal de las casas verbracht, welches eine der grossen Staedte in Chiapas, Mexicos indigenster Bundesstaat, ist. San Christobal liegt auf 2200m Hoehe und wer uns beide kennt, der weiss, dass damit unser beider tiefsten Aengste angesprochen sind: Almuths Angst vor Serpentinstrassen durch das Hochland und Ingas Angst vorm Frieren! Beide haben wir es gut ueberstanden, die Strassen und die Landschaft waren schoen, die Abhaenge nicht so steil, die Naechte waren zwar deutlich kaelter als in der Karibik, aber es waren ausreichend Decken da! ;-)

 

San Christobal selbst ist eine Stadt, die von der Kolonialzeit gepraegt ist, ausserdem trifft sich hier das alternativere Backpacker-Volk, ganz im Gegensatz zu den Kreuzfahrttouristen auf Cozumel - sehr angenehm. Typischerweise besichtigt man von hier aus ein paar kleine indigene Doerfer in der Naehe, so dass man einen Einblick in ihr Leben bekommt. Also fuhren auch wir in einer kleinen Gruppe hin, mit grossen Zweifeln ob es nicht vielleicht etwas schaulustig ist. Aber es war sehr nett, obgleich fraglich ist ob die Kueche in der wir Essen bekamen und all die Maerkte ein wirklich authentisches Bild abzeichnen. Wie auch immer, es war beeindruckend wie sie beispielsweise ihren Glauben ganz anders zelebrieren als wir es kennen. Dank Horden von Missionaren glauben sie alle an Jesus, aber sie opfern ihm Huehner und anstatt Baenken war der Boden bedeckt mit Kiefernnadeln. Tausende Kerzen brannten, wodurch eine besondere Stimmung entstand.

 

Die Stadt hat zwar einen besonderen Charme, aber morgen geht es fuer uns schon frueh weiter nach Palenque. Von dort aus werden wir Mexico vorerst verlassen und nach Flores in Guatemala reisen. Demnach wird es beim naechsten Mal reichlich Tempel- und Djunglebilder geben.

 

Hasta luego

Inga und Almuth

 

16.02.08 - Flores

 

So, wie versprochen gibt es diese Woche Djungle- und Mayabilder und Geschichten! Mittlerweile sind wir in Flores angekommen, aber auf dem Weg von San Christobal de las casas hatten wir einige schoene und interessante Zwischenstationen. Zuerst ging es ueber Aqua Azul und Misol-Ha, zwei Wasserfaelle (siehe Fotos) nach Palenque. Waehrend man der Stadt selbst mit "schmucklos und unspektakulaer" wohl noch schmeichelt, war der kleine Nebenort El Patchan im Djungle in der Naehe der beruehmten Ruinen um so schoener. Wir schliefen ein mit dem Geschrei der vielen Voegel und wurden geweckt von Bruellaffen, die ihrem Namen alle Ehre machten. Toll!

Natuerlich ging es am naechsten Morgen in aller Fruehe zu den Ruinen. Haette ich direkt danach geschrieben, dann haette ich sie als gross, beeindruckend alt und schoen und vieles mehr beschrieben, doch mittlerweile waren wir auch in Tikal... Der Vergleich mindert die Schoenheit eben doch. Die Ruinen von Palenque sind natuerlich dennoch toll, aber die Wege waren sehr geebnet und die Plaetze alle mit gepflegtem Rasen bedeckt und vom Urwald befreit. Ausserdem waren Souvenierverkaeufer zugelassen, die die Wege saeumten.

 

Anstatt direkt nach Guatemala zu reisen haben wir eine Nacht in Lacanjan, einem kleinen Dorf gemacht. Von dort aus gab es einen Djunglespaziergang, leider ohne Tiere, aber dafuer fuer Inga mit einem Bad an den Wasserfaellen.

 

Am naechsten Morgen haben wir per Boot die Grenze nach Guatemala ueberquert und sind nach einer langen Busfahrt endlich im niedlichen Staedtchen Flores angekommen, das wunderschoen direkt am See liegt. Hier haben wir uns sofort fuer die Tour nach Tikal geruestet: eine Haengematte musste her! Ja, wie ihr unten seht, wir sind am Nachmittag nach Tikal gefahren und haben die Nacht in der Haengematte unter einer maessig vertrauenswuerdigen Konstruktion des Moskitonetzes verbracht. Es war nach ca. 2 Std nicht mehr sonderlich bequem und wenn um 19h das grosse Licht ausgeht und auch das Restaurant nicht viel laenger geoeffnet hat dauert es noch lange bis es dann endlich 5h ist und wir aufstehen koennen. Wie auch immer, das Erlebnis, die Geraeusche und der Windzug wenn uns die Fledermaeuse umkreisten war es wert, aber ob es eine zweite Nacht geben wird??? So schnell wohl nicht.

 

Aber das Beste kam am naechsten Morgen: die Maya-Stadt Tikal! Diese Stadt liegt wirklich im Djungle, im Gegensatz zu Palenque waren hier die meisten Wege wiklich von tiefstem Urwald gesaeumt und von den riesigen Baumwurzeln durchzogen. Oft gingen wir laengere Strecken, sahen nichts als gruen und ein paar Tiere und ploetzlich stand der Tempel vor uns, der die ganze Zeit vorher verborgen war. Die meisten der Gebaeude waren sehr viel weniger stark restauriert, anstatt der original Steintreppen waren oft zum Teil sehr steile Holztreppen angebracht. Nicht wirklich was fuer Hoehenaengstliche, aber Augen zu und durch - der Blick von oben auf den Djungle ist es wert. So gross wie die Baeume von unten wirken, so klein sind sie von den maechtigen Gebaeuden, hier und da ragt eine andere Tempelspitze hervor... Wahnsinn! Wir sind mit einigen Pausen sicher 6-7 Std durch das Gelaende gewandert und haben weit ueber 500 Treppenstufen genommen, wir hoffen mal, es hat sich fuer Hintern und Beine gelohnt - fuer die Augen allemal! ;-)

 

Jetzt geniessen wir einen Tag Pause und morgen geht es weiter an den Rio Dulce, bzw nach Livingston.

 

Von den Bergen in den Dschungel und nach Guatemala: Sonne, Wasserfaelle, Mayakultur und die erste Nacht in der Haengematte

Gluecklich nach dem Aufstieg auf den aktiven Vulkan "Pacaya"
Gluecklich nach dem Aufstieg auf den aktiven Vulkan "Pacaya"

04.03.08 - Antigua

 

Da Almuth gerade ihre ersten Spanischstunden nimmt, versuche ich mal das Erlebte der letzten Tage zusammenzufassen (uebrigens das 2. Mal, da der PC  das gerade Geschriebene "wohin auch immer" hat verschwinden lassen :-(

 

Wir haben lange nicht geschrieben und demnach haben wir in der Zwischenzeit viel erlebt und gesehen. Um nur kurz die Stationen zu nennen: Flores - Rio Dulce - Livingston - Utila - Coban - Semuc Champey - Antigua. In dieser Zeit gab es viel schoenes, lustiges und neues, Travel-Classiker, wie Buspannen und Touri-Fallen, nette Begegnungen und und und... Aber fangen wir vorne an!

 

Zuerst einmal sind wir von Flores aus nach Rio Dulce gefahren, wo wir an der Finca El Paraiso einen Wasserfall besucht haben, bei dem heisses Wasser von oben kam und in dem Pool jedoch kuehles Wasser war. Da der Strand jedoch mehr von Gaensen als von Menschen bevoelkert waren sind wir relativ schnell zurueck zu unserer Unterkunft gefahren, die direkt am See lag. Von dort sind wir mit dem Kanu zu einer schwimmenden Plattform gefahren, haben uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und sind immer mal wieder ins Wasser gehuepft...nebenbei konnte man sich die Parkgaragen fuer die Luxusjachten ansehen (dieses Gebiet gilt in der Hurrricansaison als besonders sicher) oder pupertierenden Jungs beim Jet-Ski fahren beobachten.

 

Von dort sind wir mit einen Colectivo-Boot nach Livingston gefahren und haben somit das indigene Guatemala und damit auch das musikalische Einerlei um die Grupo Aventura mit ihren Herz-Schmerz-Songs verlassen, um uns die naechsten Tage inmitten der schwarz-karibischen Garifuna-Kultur mit Reggae, Trommelmusik und Cuba Libre in einem scheinbar ganz anderen Guatemala aufzuhalten. Gleich am ersten Abend lernten wir dann Polo kennen, der uns ein wenig von der Garifuna-Kultur und den Schwierigkeiten einer Minderheitenkultur erzaehlte. Er schien in seiner Kultur und deren Musik tief verwurzelt zu sein; mit seiner Garifuna-Band war er sogar schon einmal in Hamburg...wir waren natuerlich so hin und weg, dass wir ihm gleich zwei CD´s abgekauft haben ohne auch nur einen Ton von seiner Band gehoert zu haben (ob auf den CD's ueberhaupt etwas drauf ist wird sich dann noch zeigen :-) Er hat uns dann fuer den gleichen Abend ein "local restaurant" empfohlen, welches wir auch gleich besucht haben. Dort (in der Huette am Strand) wurden wir schon erwartet: Zuerst einmal von zwei weiteren Touristen, die von ihrem Guide dorthin geschleppt wurden (ich sag nur:totaler local place!) und zum anderen von Maria, die bereits unsere Tapado zubereitete, die Polo bereits bestellt hatte (er selbst war allerdings nicht da). Naja, wir haben die super leckere Tapado (eine Suppe aus Kochbananen, Kokusmilch mit Fisch und Meeresfruechten) gegessen und eine Coco-loco (Coco+Rum) getrunken und uns ueber die Situation amuesiert, zumal eine von den anderen Touristen sich waehrend der Wartezeit von einer anderen Dame hat Zoepfe flechten lassen...

Ansonsten haben wir dort auch (wieder einmal) einen Wasserfall besichtigt, mit dem Unterschied, dass dieser diesmal "trockengelegt" war bzw. konnte mal das Rinnsal an Wasser nicht direkt als einen Wasserfall bezeichnen. Es war trotzdem ein schoener Ausflug der uns am Strand entlang fuehrte und riesigen Steine ueber die wir geklettert sind und ueber die normalerweise das Wasser fliesst waren sehr beeindruckend.

 

Von Livingston aus ging es dann zusammen mit einem hollaendischen Paerchen und einem Amerikaner in einem schier unendlich erscheinenden Colectivo-Ritt nach Honduras auf die Islas de Bahia -genauer Utila - zum Tauchen. Auf dieser Fahrt hatten wir dann auch unsere erste (obligatorische) Buspanne... allerdings kam bereits nach einer Stunde ein andere Bus der Firma, in dem wir mitfahren konnten, so dass sich die Wartezeit in Grenzen hielt. Auf Utila haben wir direkt am Wasser in einer Tauchschule gewohnt, waren schwimmen, tauchen und haben auch einen Tag mal einfach nur in der Haengematte gelegen und relaxt... Die Unterwasserwelt ist und bleibt ein Traum! Leider kennen wir die ganzen Fische nicht beim Namen, aber die meisten waren alle bunt - bis auf die Riesenschildkroete und den Eagleray!!! 8)

 

Nach 4 Naechten wollten wir dann wieder nach Guatemala uebersetzen, stellten dann aber auf der Faehre fest, dass auf dem Festland die Taxifahrer die Strassen blockieren, da sie gegen die erhoehten Benzinpreise streiken. So haben wir ein paar Stunden auf dem Busbahnhof verbracht und gehofft, dass sich der Streik durch eine Einigung mit der Regierung noch innerhalb des Tages aufloest, damit wir zumindest noch die Grenzstadt Copan erreichen. Wir hatten tatsaechlich Glueck und erreichten am spaeten Abend Copan und konnten somit am naechsten Morgen die Grenze nach Guatemala ueberqueren. Auch diesen Tag verbrachten wir im Bus und erreichten nachmittags Coban, wo wir eigentlich eine Kaffee-Finca besichtigen wollten.

Leider machte uns das Wetter jedoch einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete ununterbrochen, so dass wir den Abend vor einem Kamin verbrachten. Dazu gab es eine Flasche Wein, denn schliesslich musste gefeiert werden, dass Almuth nun endlich den Referendariatsplatz in Bremen hat!!! :))))) Von Coban aus ging es mit einem Minibus durch die wirklich wunderhuebsche Landschaft (wenn es nicht so geregt haette...) nach Semuc Champey. Dort haben wir(nachdem wir nach unserer Ankunft erstmal von ein paar laut klaeffenden Hunden durch ein Maisfeld gejagt worden sind) einen Tag im Nationalpark verbracht, der wirklich wunderschoen und nicht von Touristen ueberlaufen ist. Es laesst sich schwer beschreiben, wie der Fluss sich durch das Gelaende und das Sedimentgestein windet. Der Fluss fliesst mit unglaublicher Kraft in eine Art Hoehle und einiges von dem Wasser laeuft oben ueber eine Gesteinsbruecke, wodurch das Wasser unglaublich klar und tuerkis ist, in mehrere Pools, in denen man baden kann.

 

Von fuehrte uns unser Weg nach Antigua, wo wir nun schon drei Tage verweilen und uns bereits ein paar Doerfer angesehen, eine Macadamia-Farm und eine Kaffee-Finca besichtigt und einen aktiven Vulkan bestiegen haben.

Und das war wirklich unglaublich: Der Tag fing schon gut an mit der Besichtigung der Kaffee-Finca und einem Fruehstueck auf der Macadamia-Farm (Es gab Pancakes mit Macadamiamehl, Macadamiabutter und Blaubeermarmelade...mmh...Neid ist durchaus erlaubt :-) aber das Hightlight war dann die Pacaya Besteigung! Wir sind da hoch gelaufen und bis auf einen etwas steinigen Untergrund hatte man nicht unbedingt das Gefuehl einen Vulkan hochzusteigen. Oben angekommen jedoch konnten wir von der gruenen " Wiese" direkt in den schwarzen Krater sehen, in dem wirklich Lava floss. Dazu hatten wir das Glueck eine wirklich superschoene Wolkenformation und den Sonnenuntergang sehen zu koennen... wir sind dann auch runter in den Krater gelaufen und in der Naehe des Lavaflusses wurde es richtig heiss: auf einer Stelle stehen bleiben ging nicht wirklich lang. Naja, was soll ich mehr schreiben...seht euch einfach die Fotos an! Wie gern haetten wir Thueringer Wuerste dabei gehabt um sie an der Lava zu garen... aber die sind hier nunmal nicht zu bekommen!

Ausserdem haben wir am Sonntag eine Prozession mitbekommen, die hier wohl an jedem Sonntag vor Ostern stattfindet. Dabei wurden grosse Statuen und Bildnisse vom Leidensweg Jesu durch die Strassen getragen. Die Strassen wurden mit Bildern aus Kiefernnadeln, Blumen und eingefaerber Saegespaene geschmueckt - nach dem der Zug drueber gegangen ist war die ganze Arbeit zerstoert. Ausserdem trugen hunderte von Maenner knall-lila Gewaender, die irgendwie an eine Sekte erinnerten... Und die Luft war voll von Weihrauch - Claudia, wir koennen gut verstehen, dass du dabei abgeknickt bist!

 

Ansonsten gehts uns praechtig, bis auf dass ich nun schon bald abreisen muss :-( das truebt doch ein wenig die Stimmung. Aber es gibt noch einiges zu sehen und ich freue mich ganz besonders auf die geplante 3-taegige Wanderung von Quetzaltenago zum Lago Atilan. Das wird bestimmt nochmal richtig toll, wenn auch kalt... aber ich werde an Joachim denken: Auf jeden Fall viel essen, das heizt von innen :-)

 

Tja und neben diesen ganzen Highlights von denen wir berichten und Fotos hochladen ist die Summe der Kleinigkeiten, die wir "am Wegesrand" sehen und entdecken mindestens genauso eindrucksvoll. Denn schliesslich bemuehen wir uns doch in den zwei Monaten Land und Leute moeglichst gut kennen zu lernen. An den meisten Tagen haben wir kein Sightseeing-Highlight auf dem Programm und wir verbringen viel Zeit mit den alltaeglichsten Dingen: Schlafen,Essen und Busfahren! Grund genug ein paar Worte darueber zu schreiben.

 

Geschlafen wird immer da wo es am guenstigsten ist, aber dennoch warmes Wasser vorhanden ist. In den groessten Dorms (Cozumel und Flores) standen 26 Betten, wobei in Flores auch nur eine Dusche und Toilette dafuer bereitstanden. Gluecklicherweise war es dort nicht ausgebucht. Ansonsten war von Haengematte, ueber Bambushuette mit Fledermaeusen unter der Decke und offenem Balkon mit Blick auf den Fluss (siehe Bild) schon nahezu alles dabei.

 

Essen ist eines der groessten Abenteuer. Wenn es irgendwie geht, dann kaufen wir auf den grossen Plaetzen bei Frauen, die in grossen Koerben irgendwelche Spezialitaeten anbieten. Meist hat es irgendwas mit Tortillas zu tun, aber manchmal ist es auch ganz was anderes, wie zum Beispiel Tamales: eine Art Polentamasse, die gefuellt mit Huhn, Fisch, Bohnen oder was auch immer, in Bananenblaettern gewickelt, in Wasser gegart wird. Es ist immer spannend den ersten Bissen zu nehmen, aber wir wurden bisher selten enttaeuscht. Auch wenn die deutschen Hygienebehoerden vermutlich die Haende ueber dem Kopf zusammenschlagen wuerden haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Frauen bereiten taeglich eine bestimmte Menge zu, wenn die alle ist, ist Feierabend - da wird nix gelagert... Nebenbei erscheint es uns ein gelunger Weg zu sein, die ganz einfachen Leute zu unterstuetzen.

Schlechter ist es mit der Hygiene bei Fruechten: Entweder es sind Bananen, Mangos oder Melonen etc, die gepellt werden, oder Finger weg. Aepfel koennen wir dann zu Hause wieder essen - die Erfahrung zeigt, dass es nicht gut geht!

Die Fruechte sind uebrigens sehr sehr lecker und freundlicherweise laufen auch immer wieder Frauen umher, die sie in mundgerechten Stuecken anbieten. Erstaunlich ist dann immer wieder, dass sie in der Lage sind dies und eigentlich auch alles Andere, auf dem Kopf zu transportieren.

 

Das einzig groessere Abenteuer als das Essen ist der Transport von A nach B! Wahlweise erfolgt das mit Chickenbussen, Colectivos (Kleinbusse, die alles und jeden am Strassenrand einsammeln) oder hier in Antigua mit Tuc-Tucs! Die spannende Frage ist:

Wie viele Personen gehen maximal in ein colectivo/minibus? -Bisher 23 inklusive des Fahrers, Leute auf dem Dach, draussen an Leiter oder Tuer und Kinder und Huehner (obwohl lebend) nicht mitgerechnet... Dabei muss bedacht werden, dass der Bus fuer 15 Personen ausgelegt ist. Aber wenn der Platzzuteiler einem sagt man soll sich jetzt auf das Holzhoeckerchen (20cm breit) zwischen die Sitze setzen, dann tut er dies auf unmissverstaendliche Art und Weise!

Eine weitere gute Frage ist:

Wann faehrt der Bus? Der Durchschnitt ist immer ungefaehr eine Stunde, egal ob gesagt wird, dass er in 11, 25, 30 Minuten oder "gleich" faehrt... Aber irgendwie muessen die Busse ja auch voll werden, sonst lohnt es sich ja nicht!

Ach ja, und bedacht werden muessen auch die Strassenverhaeltnisse. Schotterpisten, Schlagloecher etc sind natuerlich an der Tagesordnung, zumindest auf den kleineren Strecken, die Highways sind in der Regel gut ausgebaut. Auf dem Weg nach Semuc Champey war ein Anstieg so steil, dass wir ihn so voll bepackt nicht geschafft haben, also hiess es fuer die Herren: aussteigen! Wir sind dann zurueckgerollt, haben Anlauf genommen und viola, wir habens geschafft. Alle wieder an Bord und weiter geht's!

 

Ausserdem ist der Blick aus dem Fenster oft sehr interessant. Die wechselnden Landschaften, von Djungle und ueberwuchertem Strassenrand ueber Hochland mit trockenen Kakteenlandschaften, vorbei an Bananen- oder Blumenplantagen, ueber fast ausgetrocknete Flussbetten, die zur Regenzeit sicher ganz anders aussehen bis zu den kleinen Doerfern in denen man im vorbeifahren die Leute bei der Arbeit sieht. Bei fast jedem Halt stehen draussen Leute und bieten Fruechte, Getraenke, Gebaeck oder Nuesse an. Auf dem Weg durch Honduras haben wir zur besten Abendbrotszeit eine wunderschoene Strecke zurueckgelegt, die gesaeumt war von kleinen Haeuser (oder besser Baraken?) vor denen kleine Feuer brannten. Darueber eine flache Platte, auf der vermutlich die Tortillas gegart wurden. Leider bekommt man nur einen kleinen Einblick in das Leben der Bevoelkerung, oft ist es faszinierend, sehr oft bedrueckend und immer wieder fragt man sich, wie es angehen kann, dass die Unterschiede in der Welt so gross sind.

 

Wie auch immer, wir verbringen eine tolle Zeit hier! Guatemala ist ein unglaublich schoenes Land, mit so freundlichen Menschen und so spannenden Dingen, die es zu entdecken gilt. Aber bevor wir zu sehr ins schwaermen geraten und ihr alle neidisch werdet senden wir Euch nur ganz liebe Gruesse und sagen...

 

Hasta luego,

Almuth y Inga 

Von Flores ueber die Garifuna-Kultur in Livingston nach Honduras zum Tauchen bis ins guatemalesische Hochland: Viel Wasser, Sonnenuntergaenge, Natur und Vulkane

Quetzaltenango - 13. Maerz

 

Hola!

 

Mittlerweile haben wir sowohl den 3-Tages-Trek von Xela zum Lago de Atitlan hinter uns als auch den Mega-Shopping-Tag auf dem grossen Markt in Chichicastenango hinter uns und sind nun wieder fuer eine Nacht in Xela. Es ist heute unser letzter gemeinsamer Abend, morgen faehrt Inga weiter nach San Christobal um in wenigen Tagen ihren Rueckflug anzutreten. Ich werde noch einen Tag hier bleiben und dann gehts fuer mich hoch an die Mexikanische Pazifikkueste.

 

Die letzten Tage waren jedoch wirklich grossartig. Der Trek war der Wahnsinn!!! Eine tolle Gruppe, gute Organisation und eine irrsinnig schoene Landschaft. Auch wenn es fuer uns sehr ungewohnt war mit einem grossen Rucksack zu wandern war es dennoch aller Muehen wert. Leider hatte ich (Almuth) mal wieder Magenproblem, so dass ich am zweiten Tag aussetzen musste, aber beim Highlight - dem Sonnenaufgang ueber dem Lago war ich wieder voll dabei. Wir mussten dazu zwar um 4h aufstehen, aber es hat sich gelohnt. Wir konnten im dunkeln noch Eruptionen bzw Lava von Pacaya und Fuego, die 2 Vulkane nahe Antigua, sehen. Die Sonne ging auf und es war ein unfassbar schoenes Panorama! Danach konnten wir von einem anderen Berg aus nochmal einen Grossteil der gewanderten Strecke nachverfolgen und anschliessend ging es nur noch runter zum Strand! ;-)))

 

Bilder gibt es irgendwann spaeter, da ich an meine irgendwie nicht mehr ran komme.

16.03.08 - Inga hat ihre Endstation Cancun erreicht: Der schwaerzeste Tag  der Reise und ein Resuemee

 

So und nun folgt das Kapitel, welches hier noch fehlt - naemlich, dass es auf allen grossartigen und noch so tollen Reisen auch rabenschwarze Tage gibt...

 

Alles fing damit an, dass sich nach einer fuer meinen Geschmack zu kurzen Nacht und dem wohl schlechtesten Fruehstueck der ganzen Reise, Almuths und meine Wege in Quetzaltenago trennten (*schief* es war herzzerreissend sag ich euch), indem ich in den letzten Direktbus des Vormittages zur Grenzstadt in Mexiko stieg. Eigentlich erwartete ich mir durch die Direktverbindung einfach einen Umstieg weniger und damit eine, wenn auch geringe, Zeitersparnis. Aber: Falsch gedacht! Von der Busfahrt, die insgesamt 5 1/2 Stunden dauerte haben wir 2 Stunden nur gewartet, ein - und ausgeladen und Leute fuer die Mitfahrt angeworben. Es hat allein ueber eine Stunde gedauert, ehe wir den Vorort von Quetzaltenago verlassen hatten! Bis dahin waren allerdings schon 2 Vertreter durch den Bus gelaufen, die ihre Hautcremes etc. an den Mann bringen wollten und mindestens 3 Personen mit diversen Handycaps, die um Unterstuetzung baten. So kam ich bei der ganzen Warterei in den Genuss, Bonbons mit Kaugummigeschmack zu probieren: Nicht gut! Finger weg, falls ihr mal welche in angeboten bekommt. Fazit: Haette ich mich gegen den Direktbus entschieden, waere ich schneller am Ziel gewesen, weil ich dann an der Umsteigestelle in den naechst abfahrenden und damit vollen Bus haette springen koennen. So habe ich ewig warten muessen bis unser Bus wieder mit Passagieren gefuellt wurde...

Naja, als ich dann die Grenzstadt erreichte erwartete mich das Chaos pur: Zigtausende wilde Mexikaner kaufen am Samstag Vormittag billig in Guatemala ein und wollen am Nachmittag natuerlich wieder zurueck nach Mexiko. Ok, auf in den Kampf -denke ich mir - und nehm ein Tuk-Tuk zum (Grenz)-"Strip"... Ausreiseformalitaeten, Geldtausch etc. gingen noch, aber kaum hatte ich Guatemala verlassen, ging es los. Alle waren super unfreundlich, keiner gab richtig Auskunft ueber die Transportmoeglichkeiten und antwortete nur widerwillig. Nach einer kleinen, aber mehr als seltsamen Taxi-Collektivo Fahrt kam ich dann zur Migration. Natürlich waren auch die Grenzbeamten waren bei der Einreise nach Mexiko (die immerhin stolze 23 Dollar kostet) kein Stueck freundlicher. Nachdem ich dann nun endlich offiziell in Mexiko eingereist war, musste ich mich in die Schlange zu dem Schalter gestellt, die die Tickets nach Comitan, der naehst groesseren Stadt, verkauft. Einen anderen Weg diesen Ort zu verlassen gab es übrigens nicht....Dort wurde ich dann Zeuge eines quasi "Ausnahmezustandes": Ein Collectivo einer anderen Firma sollte ausserplanmaessig gefuellt werden, woraufhin die wilden Mexikaner - ja, fast panisch- vom vorderen und hinteren Ende der Schlange mit ihren riesigen Winnie-Pooh-Tueten (in denen sie Bettdecken, Kissen und sonstiges verstaut hatten) ausbrachen und zu eben diesem rannten. Gut, hab ich mir gedacht, dann warte ich halt laenger, aber so einen Kampf tue ich mir nicht an, als sich die vor mir frei gewordenen Plaetze auf genau die gleiche hektische Art und Weise mit Leuten von hinten fuellten. Ja- manch einer zeigte dabei so grossen Koerpereinsatz, dass man froh sein kann, dass es keine Verletzten gab ... so stand ich dann letztendlich fast wieder am Ende, weil ich es natuerlich nicht so schnell geschafft habe, mein Zeug aufzuschnallen und im Kampf gegen den Rest nach vorn aufzuschliessen. Dafuer habe ich dann auch ordentlich geschimpft - Scheiss Mexikaner, wo bin ich hier bloss gelandet!

Irgendwann sass auch ich (voellig fertig und schlecht gelaunt) dann im Bus nach Comitan, von wo aus ich nach San Cristóbal, der geplanten Endstation des Tages fuhr, welches ich natuerlich spaeter als geplant gegen 19.00 Uhr erreichte. Dort war es so eine schoene Stimmung, dass ich mich gerade begann von den Strapatzen zu erholen (auch davon, dass ich mir durch den schlechten Wechselkurs in San Cristóbal nochmal Geld durch die Lappen ging - den besten Kurs gab es tatsaechlich an der Grenze ;-o), als ich spaet abends feststellte, dass ich meinen USB Stick (und damit auch 1/4 meiner Bilder) verloren hatte. Das toppte natuerlich alles - ich hab ihn auch am naechsten Tag vor meiner Abreise nach Cancun nicht mehr gefunden, obwohl ich noch in die Laeden gegangen bin, die ich am Abend vorher besucht hatte (es waren nur zwei!). Keine Chance!

Naja, auf der 20-stuendigen Busfahrt nach Cancun hab ich mich dann so richtig schoen ueber mich selbst geaergert. Irgendwie hab ich kein Glueck mit meinen Fotos, letztes Mal war es ja auch schon so ... an dieser Stelle, weil passend, nochmal ein kleiner Ausschnitt aus Almuths und meinem Dasein als Reisende:

    Waehrrend Almuth mehrere Male am Tag mit entsetztem Gesichtsausdruck  "Nein", "Scheisse" oder etwas in der Art ausruft (was soviel heisst wie: ich glaub ich hab was verloren, vergessen,...) und hektisch anfaengt ihre Taschen zu durchwuehlen, ist eigentlich nie irgendwas von ihr abhanden gekommen. Ich hab das Gefuehl, etwas verloren zu haben, selten, aber wenn, dann weiss ich meistens in der naechsten Sekunde, dass sie wirklich weg sind :-( Also: Ich muss mehr auf meine Sachen acht geben, glaub ich.

 

Hier in Cancun ist nun jedenfalls die Hoelle los: Die Mexikaner befinden sich im Beginn zu ihrer heiligen Semana Santa und auch der Rest an Touristen findet offenbar immer einen Grund zum feiern. Heute bot sich mir am Strand (zumindest auf den 5 km, die ich abgelaufen bin) jedenfalls folgendes Bild:

 

Die eine Haelfte der Mexikaner sitzt voll bekleidet dicht (!!!) gedraengt an Fels- oder Betonwaenden, die nicht zu irgendeinem Hotel gehoeren (das waren ca. 3 Plaetze auf 5 km Laenge) und damit zur freien Benutzung stehen. Die andere Haelfte steht mit T-Shirt und Shorts bekleidet im knietiefen, tuerkisen Karibikwasser. Alle essen die mitgebrachte Kost, sind laut und trinken seit dem fruehen morgen Bier UND hinterlassen hinterher einen Muellberg.

Die anderen Touristen sind mit Badehose oder Bikini und einem All-Inklusive Armband ausgestattet und halten sich an die Absperrungen ihres Hotels. Jeder schwimmt und liegt in seinem Bereich. Einige haben den Weg an den Strand nicht geschafft und liegen im Pool und gucken (am Rand haengend) auf den Strand und das wirklich herrliche Wasser herunter. Die Amerikaner erkennt man daran, dass sie mit dem Blick vom Wasser abgewandt liegen, dafür aber regelmaessig mit der Sonne wandern :-) Ja, sie wissen wirklich wie man nahtlos braun wird! Fuer die Deutschen war sogar ein Jaegermeister-Promotion-Stand aufgebaut. Ansonsten vertreibt man sich die Zeit hier mit Jet-Ski fahren, Schnorchelausfluegen, Massagen, dem Animationsprogramm oder man laesst sich von einem Boot mit einem Fallschirm in die Luefte ziehen. Kulinarisch gesehen trinkten die Nicht-Mexikaner vorwiegend Cocktails und gehen schon um 11.00 Uhr zum Grill um sich ihr Fleisch abzuholen. Um den Muell und andere Dinge kuemmert sich der Strand-Boy...

In der Innenstadt, dort wo ich wohne, ist es etwas entspannter. Aber auch dort ist "Party machen" ein beliebter Zeitvertreib. Zum Beispiel koennte ich mir mit dem Typ, der im Dorm unter mir schlaeft, eigentlich ein Bett teilen, da er immer schlaeft, wenn ich wach bin - und jeden Morgen hat er ein "Partyarmband" mehr... fast wie Wolfgang Petry :-)

 

Soviel aus Cancun und dem miesesten Tag der letzten 7 Wochen :-) !

 

Ansonsten war es traumhaft schoene Reise, die fuer mich mit vielen Erlebnissen und Erfahrungen verbunden ist. Besonders schoen fand ich dabei, dass wir landschaftlich und auch kulturell viele verschiedene Dinge gesehen haben, so dass es mir nie so vorkam, ich haette von etwas genug...Dschungel, Berge, Karibikstraende, Historie und Kultur in einer fuer mich perfekten Mischung.

Das Beste jedoch kommt zum Schluss: Mal abgesehen davon, dass es - besonders bei den Busfahrten- wesentlich entspannter zu zweit zu reisen- ohne Almuth ware es nur halb so schoen gewesen - deshalb an dieser Stelle nochmal: Almuth, ich fand wir waren ein tolles Reisegespann :-) Ich bin froh, dass wir diese Reise zusammen gemacht haben und wir all die beeindruckenden, seltsamen und lustigen Momente teilen konnten bzw. immer noch koennen.

 

Hasta luego en Alemania,

Inga

Zu guter Letzt...

22. Maerz - Oaxaca

 

Frohe Ostern Euch allen aus der Schokoladenstadt Mexicos!

 

Nachdem ich Inga traurigerweise verabschieden musste, setze ich die Reise nun alleine fort. Ich blieb noch einen Tag in Xela - das war einigermassen trostlos, da mich mehrere Leute fragten wo denn Inga ist... :((( Ich habe mich dann in den Fuente Georgina, einer heissen Quelle hoch in den Wolken abgelenkt. Das war waermer als jede Badewanne, zwar weiss ich nicht wie diese natuerliche Heitzung funktioniert, aber ich habe es genossen.

 

Am naechsten Morgen ging es auch fuer mich ueber die Grenze. Dabei lernte ich, dass "directo" auf spanisch keineswegs "direkt" heisst. Keine Ahnung was sonst, aber auch nach weiteren Nachfragen wurde mir bestaetigt, dass ich ohne Umsteigen nach El Carmen, der Grenzstadt, gelangen wuerde. Ich bin dann 3 Mal umgestiegen und hab zum Schluss noch ein Taxi genommen. Dafuer musste ich im Gegensatz zu Inga aber nichts fuer den Grenzuebertritt bezahlen. Auch ansonsten war es unkompliziert weiter nach Tapachula zu kommen und von dort einen Nachtbus in Richtung Pazifikkueste zu buchen, mit einem 3stuendigen Aufenthalt zwar, aber was solls! Auch ich habe mir gedacht, dass ich nicht auf die Geldwechsler an der Grenze hereinfalle, da ich ja in Tapachula  ganz leicht wechseln kann - es ist schliesslich nur 10 Min von der Grenze entfernt und wird voller Wechselstuben sein... Tapachula ist voller Wechselstuben, aber am Samstag nach 14.30h sind sie geschlossen. Also habe ich noch immer ueber 1000 Quetzales in der Tasche, da natuerlich in Zipolite, Pochutla und auch in Oaxaca keine Wechselstube die Waehrung des Nachbarlandes wechselt. Kein Problem waeren USD, €, Jen, Canadische Dollar... aber Quetzales kennen sie hier zum Teil nicht einmal!

 

Aber der Reihe nach: Ich kam 30 Std Reise in Zipolite an, ein netter Strandort, der grade begann sich mit feierwuetigen Mexicanern zu fuellen, die dort ihre Semana Santa - die heilige Osterwoche - verbringen wollten. Es handelte sich um den Teil der Mexikaner, die weniger Wert auf Prozessionen und Weihrauch legen sondern es bevorzugen diese spirituelle Ebene nur ueber den Genuss von Alkohol und Gras zu erreichen. Ich muss gestehen, dass ich mich anfangs recht einsam und verloren gefuehlt habe, gerade weil ich nicht in einem belebten Dorm sondern in einem Bambushuettchen ganz fuer mich allein gelandet bin. Folglich bin ich abends ausgegangen und habe beschlossen mich von den Preisen, welche nebenbei extra zur Semana Santa in allen Speisekarten etc mit kleinen Aufklebern nach oben korrigiert wurden, nicht stoeren zu lassen und mich wahllos zu Leuten zu gesellen um der Einsamkeit ein Ende zu setzen. Das hat dazu gefuehrt, dass ich die kompletten naechsten Tage mit einer Truppe von 7 Leuten verbracht habe, die in Mexico City arbeiten, zum Teil aber aus Frankreich oder Italien kamen. Ich kann von nichts grossem berichten, nur von Straenden, die einen voller, die anderen weniger voll, von Wellen und Unterstroemungen, die mich vom Versuch das Surfen zu lernen abhielten und statt dessen die Liveguards in Atem hielten, von Beachvolleyball in der Abendsonne, dem Versuch das Jonglieren zu lernen und von netter Musik aus den Bars, die  manchmal zu leise war um gegen den Pazifik anzukommen. Kurz gesagt: Relaxing  und Spass pur, aber am Donnerstag war es dann auch OK den Strand zu verlassen und nach Oaxaca aufzubrechen.

 

Nach einer kurvenreichen 7 stuendigen Fahrt war ich da. Die Stadt ist sehr nett, aber genau wie Zipolite voll von Touristen zur Semana Santa. Hier werde ich noch ein bisschen Kultur geniessen, heute war ich schon im Museum fuer Oaxacas Geschichte und Kultur, morgen wird die moderne Kunst der Region betrachtet. Dafuer ist Oaxaca bekannt, ausserdem fuer Kunsthandwerk, was ich mir dann auch noch in den naechsten Tagen in den Doerfern der Umgebung ansehen werde. Ausserdem ist Oaxaca - wie passend zu Ostern - bekannt fuer SCHOKOLADE!!! :-P  Jippi, heisse und kalte Schokolade duftet verfuehrerisch an jeder Ecke! Auch ansonsten ist das Essen hier ganz anders als ueberall sonst. Es gibt Mole in rot, gruen und schwarz, aber ich mag sie nicht so gern, ausserdem kann man an jeder Ecke in eine vermutlich gut gewuerzte Heuschrecke beissen, aber ich fuerchte das lasse ich aus, es sei denn all die Leute, die Mezcal in 1001 Geschmacksrichtungen zum probieren anbieten fuellen mich ab, so dass ich genug Mut aufbringen kann zuzubeissen.

 

Im Ganzen muss ich sagen, dass das Reisen allein ganz anders ist als zusammen mit Inga. Keine Frage, ich sollte nicht jammern, denn ich habe noch immer eine tolle Zeit, aber es viel schoener die Erlebnisse teilen zu koennen - insbesondere die kleinen Dinge neben den grossen Sightseeingsachen, ueber die man immer wieder gesprochen, gelacht und gelaestert hat. Ja Inga, du fehlst, dein Flug ging definitiv zu frueh!

 

Ich komme noch immer nicht an meine Bilder von der neuen Speicherkarte, also muesst ihr Euch mit Texten begnuegen und auf die Fotos in ein paar Wochen warten.

 

Bis dahin sage ich  -  Hasta luego und froehliche Ostertage,
Almuth

Die letzten Wochen - über die Grenze zurück nach Mexico, Semana Santa in Zipolite und Oaxaca, Taxco und Mexico City...

29. Maerz 2008 - Mexico City

 

Meine Ostertage in Oaxaca waren wirklich toll. In Oaxaca gab es ein paar Prozessionen und Feste in den Kirchen und drum herum, aber in erster Linie gab es staendig etwas kulturelles aus der Region zu bestaunen. Auf dem Zocalo fanden quasi taeglich irgendwelche Auffuehrungen statt, die man bestauenen konnte. Die traditionalen Taenze wurden in diesem Fall auch wirklich fuer die Mexicaner aufgefuehrt und nicht nur fuer europaeische und amerikanische Touristen aufbereitet, denn die meisten Touristen in Oaxaca waren Mexicaner, die zur Semana Santa ein paar ihrer kostbaren 10(!!!) Urlaubstage pro Jahr nehmen. Die Menge tobte immer wenn zum Abschluss eines Abends mit einer Reihe von verschiedenen Auffuehrungen ein Tanz aufgefuehrt wurde, in denen Frauen mit bunten Kleidern eine Art Funkenmariechentanz auffuehrten und dabei eine Ananas auf ihrer Schulter trugen, bzw - was die Leute zur grossen Begeisterung brachte - sie die Ananas in beide Haende nahmen, um sie ueber dem Kopf zu schwenken...


Ausserdem bin ich noch rein zufaellig auf einer Kunstauktion gelandet. Sehr interessant solch eine Veranstaltung! Es gibt reichlich Mezqual umsonst und auch ab und an mal ein Haeppchen; das soll wohl die Stimmung und die Haende heben. Es waren ein paar wirklich schoene Bilder dabei, aber trotzdem sass ich da und habe mich nicht getraut mich zu bewegen, um nicht wie in schlechten Filmen am Ende fuer nen Haufen Geld ein grosses Bild auf den Rucksack geschnallt zu bekommen. Ich bin also ohne Geld auszugeben aus der Auktion gekommen und habe es statt dessen in Taxco in Silberschmuck investiert. Kurz bevor ich gefahren bin, habe ich am Markt am Busbahnhof doch tatsaechlich noch den Biss in eine chapulina (die beruehmten Grasshuepfer) getan - eine salzige Angelegenheit, aber die scharfe Chilivariante ist auch nicht besser.

 

Taxco ist eine wirklich schoene, verwinkelte Stadt mit vielen weissen Arkardengebaeuden an einem recht steilem Hang. Obwohl es so schoen ist kommen die meisten Leute nur kurz hier her um ein bisschen Schmuck zu kaufen - und genauso habe auch ich es getan. Aber obwohl ich keine 36 Std dort verbracht habe hat es Taxco in das Trip-Rancing geschafft: der verwinkeltste Markt mit der allerhoechsten Wahrscheinlichkeit sich zu verlaufen - was mir, mit meinem perfekten Orientierungssinn natuerlich nicht passiert ist!!! ;-)

 

Jetzt bin ich in Mexico City gelandet und bin eine unter 25 Mio!!! Wahnsinn! Gleich am ersten Tag wollte ich mir auf dem Torre Latinoamericana einen Ueberblick verschaffen, aber das geht bei einer Stadt wie Mexico City natuerlich nicht - selbst von da oben ist die Stadt "never ending", ob nun der Entfernung oder des Smogs wegen sei mal offengelassen, aber vermutlich ist es eine Mischung aus beidem. Obwohl ich am Anfang skeptisch war allein hierher zu kommen bin ich nun mehr als froh diese Entscheidung getroffen zu haben, denn es gibt viel zu entdecken und besichtigen. Die Metro ist perfekt ausgeschildert und macht es deshalb einfach und auch sicher alle Orte zu erreichen, und das Ganze fuer 2 Pesos (0.15Euro) - bon precio, Amigos!

Ein letztes Mal habe ich mich hier der praehispanischen Kulturen gewidmet und bin nach Teotihuacan, der grossen Atztekenstadt ausserhalb der Stadt, gefahren. Nachdem wir Palenque, Tikal und Monte Alban auf eingene Faust erkundet haben, habe ich mich hier mal einer Gruppe angeschlossen. Diese fuehrte mich dann auch zur Basilica de Guadalupe, der zweitmeist besuchten katholischen Kathedrale nach dem Petersdom, und zu einem Ort an dem ich etwas ueber die vielfache Nutzung unterschiedlicher Kakteen erfahren durfte/sollte. Ganz nebenbei fuehrte uns diese Tour einige an Orte an denen wir wunderschoene Souveniers kaufen konnten/sollten... Natuerlich mit "special prices" nur fuer uns! So laeuft wohl das Geschaeft mit dem Tourismus - und um ehrlich zu sein war ich auch die Einzige, die nichts gekauft hat. Die Ruinen waren recht beeindruckend, aber nun ist auch mein Bedarf an totem Stein gedeckt. Im Gegensatz zu Palenque und Tikal waren Monte Alban und Teotihuacan nicht im Djungle sondern in total trockener, sandiger Umgebung und auch der Aufbau war irgendwie strukturierter. Von einem Aussichtspunkt war es moeglich die ganze Stadt zu sehen und zu ueberblicken, mir gefielen jedoch die gruene Umgebung und die langen Erkundungsspaziergaenge besser.

 

Das historische Zentrum von Mexico ist riesig und ich wohne mitten drin. Wer auch immer nach Mexico City will oder muss sollte ins 'Mexico City Hostel' kommen. Es ist ein riesiges Kolonialgebaeude mit nem grossen Wandgemaelde, wie sie in vielen Gebaeuden im historischen Zentrum zu finden sind. Es liegt nur 2 Min zu Fuss vom Zocalo entfernt, an dem die Cathedrale und der Palacio Nacional liegen. Ich habe selten so luxerioes gewohnt und so viel zum Fruehstueck verdrueckt - trotzdem ist es einer der billigsten Orte der Stadt.

 

Ueberall in der Stadt ist Kunst zu entdecken. Von Skulpturen in den wenigen Autofreien Strassen, ueber modern gestalte skulpturaehnliche Sitzbaenke am Paseo de la Reform ueber die zahlreichen Wandgemaelde, die in allen moeglichen historischen Gebaeuden zu bestaunen sind. In erster Linie natuerlich die Darstellung der mexikanischen Geschichte im Palacio National von Diego Rivera, aber auch in anderen Gebaeuden sind eine Menge aehnlicher Bilder zu finden. Einige habe ich schon entdeckt, einige stehen noch auf dem engen Zeitplan. Zur Zeit bin ich in Coyacan, einer einst eigenstaendigen Stadt in der Leon Trotskij, Diego Rivera und Frieda Kahlo gewohnt haben, derren blaues Haus ich grade besichtig habe. 

 

Doch um ehrlich zu sein verbringe ich nicht den ganzen Tag in Museen und Ausstellungen. Gestern war ich beim Fussballspiel: Cruz Azul (eines der 3 Teams der Hauptstadt) gegen Puebla (das VW-Werksteam - sozusagen das Wolfsburg von Mexico). Beide Staedte liegen dicht bei einander, das heisst es war Derby-time!!! Um auch wirklich gut vorbereitet zu sein habe ich mir natuerlich sofort ein Trikot von Cruz Azul gekauft und hatte in der Metro zum Stadion gleich eine Menge Freunde. Das aenderte sich schlagartig als ich zu meinem Sitzplatz kam, der sich natuerlich mitten im gegnerischen Fanblock befand! Tja, aber da man als Touri natuerlich Sonderrechte hat habe ich die Symphathie durch fleissiges Singen und Rufen fuer Puebla wiedererlangen koennen. Wir waren zu dritt da und waren die Attraktion des Blocks, denn Franzi (auch aus Deutschland) hat langes blondes Haar und Jen (aus Jamaika) ist schwarz und hat Dreats, dazu ich mit dem falschen Shirt... Wir sind nun auf saemtlichen Fotohandys verewigt und auch das Fernsehen hat immer mal wieder draufgehalten, aber vermutlich nur, weil sie von den Jungs, die unbedingt von ganz Mexico mit den Exoten gesehen werden wollten, dazu aufgefordert wurden. Cruz Azul hat letztendlich etwas gluecklich mit 2-0 gewonnen. Ein 1-1 haette dem Spiel wohl mehr entsprochen, aber so konnte ich auf dem Rueckweg im Metrobus gleich wieder mit allen feiern - ich hatte ja das richtige Trikot an! ;-)

 

Morgen nehme ich einen Inlandsflug nach Cancun, um vor dem Abflug noch zwei faule Tage am Strand zu verbringen und am Ende der Woche bin ich dann auch schon wieder zu Hause im kalten Deutschland.

Dementsprechend - Hasta luego

Almuth