Oh, wie schön ist Panama...

Am 6.7.2011 gehts von Hamburg nach San José/Costa Rica. Dann werden 

Almuth und Inga für 4 Wochen Costa Rica und Panama erkunden und hier hin und wieder vielleicht das eine oder andere Bild hochladen bzw. einen Bericht schreiben.

Costa Rica Pazifikkueste

10.07.2011

Schon nach einigen Stunden in unserem muffigen Dorm-Zimmer in San Jose deutete es sich an: Hier bleiben wir nicht lang. Nur kurz die Stadt angesehen, Rucksack wieder auf und ab nach Quepas, einer Kleinstadt nahe dem Nationalpark Manuel Antonio.

Die Busfahrt war heiss, bot aber schon einen Einblick in das, weshalb Costa Rica so bekannt ist. Gruen, gruen, gruen...wirklich ueberall. Berge und Sepentinen wechseln sich mit Kuestenabschnitten ab. Traumhaft. Einfach aus dem Fenster schauen und die Zeit an sich vorbeiziehen lassen.

Quepas ist eine kleine, sympathische Hafenstadt, lediglich die Horden von Taxifahrern, die man hier definitiv nicht braucht, sind manchmal laestig. Gestern haben wir einen Tag am Strand verbracht, in unseren Reisefuehrern gelesen und moegliche interessante Orte herausgesucht. Heute haben wir den Nationalpark besucht und uns hin und wieder Anja oder Boris als biologischen Begleiter herbeigewuenscht. Wir haben es genossen, in dier Luft scheuend nach Voegeln oder Affen Aussschau zu halten. Wenn der Nacken schmerzte stellten wir fest: Ah, am Boden gibt es auch was zu sehen!!!Echsen in allen Groessen und Farben, Minikrebse und auch mal den Hinterteil von einem Tier, welches wir nicht identifizieren konnten.

Pausen konnten wir an den wunderbaren Straenden einlegen. Ab in die Wellen, in denen sich hier einige Surfer und Schwimmer tummeln. Da kommen wir zu dem kritischen Punkt: Trotz Nebensaison sind uns irgendwie zu viele (komische) Menschen unterwegs! Da unsere netten Bettnachbarn nun auch abgereist sind und weniger nette eingezogen sind, werden wir morgen weiterziehen und mal hoeher gelegene Gebiete erkunden.

Costa Rica Inland - Orosi

Unser Ausflug ins touristisch weniger bewanderte Inland Costa Ricas war ziemlich weit davon entfernt was wir uns darunter vorgestellt hatten.

 

Die ca. zweistuendige Busfahrt in die Gegend um Orosi vermittelte uns schon einen Eindruck der voellig anderen, aber ebenso schenen Landschaft. Da wir die einzigen 'Weissen" in dem Bus waren, wurden wir auch sogleich angesprochen. Mit unserem mehr als bruechigem Spanisch konnten wir jedoch nur etwa die Haelfte verstehen und unsere Antworten vielen ebenso knapp aus. Die Tochter die angeblich Englisch sprechen konnte, besuchte gerade einmal seit 2 Wochen einen Englischkurs und konnte dementsprechend auch nur einzelne Woerter.

Grgen Ende der Busfahrt wurden wir von einer sehr netten Familie eingeladen in deren Haus zu uebernachten. Voellig ueberrascht von einem derartigen Angebot haben wir freudig zugesagt und sind dann zu siebt im Auto zum Haus der Familie gefahren. Dort angekommen wartete bereits der wahrscheinlich uebers Handy alarmierte zweite Teil der Familie zu Hause um uns willkommen zu heissen. Im Verlauf der naechsten halben Stunde kamen weitere Freunde, Familienmitglieder und Nachbarn hinzu, so dass am Ende ca 15 Leute in dem Haus waren, die uns "besichtigten" und Fragen stellten und Dinge erzaehlten, die wir mehr schlecht als recht verstanden.

Wir bekamen eine Riesenportion Reis und Bohnen und alle schauten uns beim Essen zu. Mit der uns auf Spanisch moeglichen Ueberredungskunst konnten wir die Familie zumindest ueberreden, doch wenigstens die Kinder mitessen zu lassen. Anschliessend konnten wir herausfiltern, dass die Jugendlichen sich bereit erklaeren wurden, uns die Stadt zu zeigen. Nachdem uns Klamotten angeboten wurden (waren unsere etwa nicht gut genug???), stiefelten wir im Regen los...

Wieder bei der Familie angekommen, wurden noch diverse Fotos gemacht. Wir waren froh, frueh schlafen gehen zu koennen, denn diese ganze Interaktion war doch sehr anstrengend. Die Kinder mussten alle zusammen in enem Raum schlafen, damit wir ein eigenes Zimmer hatten. Wir fanden das sehr nett.

Am naechsten Tag ging es frueh los. Die Familie wollte mit uns in einen nahegelegenen Nationalpark gehen. Die Landschaft war sehr schoen, jedoch kippte die Stimmung im Laufe des Tages. Es wurde mehrmals gesagt, dass unser Aufenthalt fuer die Familie sehr teuer sei und dass wir eine Menge Geld sparen, weil wir kein Hotel bezahlen muessen. Warum sagen sie sowas? Wir hatten keine Ahnung und fragten irgendwann, ob sie Geld moechten. Das lehnten sie ab, aber die Stimmung blieb irgendwie komisch. Auch mehr als eine Woche danach koennen wir uns darauf noch keinen richtigen Reim machen: Wir haben Taxi, Eintritt in den Nationalpark und eine riesige Menge Fisch gekauft. War das zu wenig? Was haetten wir noch machen koennen?Wir konnten uns ja dort auch nicht frei bewegen und noch andere Geschenke kaufen, da die Familie gesagt hat, dass wir alleine nicht sicher unterwegs seien. Wahrscheinlich war es ein kulturelles Problem, welches durch Verstaedigungsschwierigkeiten auch nicht geloest werden konnte.

Zu allem Unglueck fing es gegen Mittag auch noch an zu regnen, so dass wir am Ende des Tages wirklich mehr als nass waren!Obwohl uns die Landschaft gut gefallen hat und es sicher noch einige Dinge dort zu entdecken gab, reisten wir ab, weil wir die ganze Situation komisch fanden. Letztendlich bekamen wir sogar noch Abschiedsgeschenke, die uns in noch groessere Gewissensbisse brachten. Was passiert hier? Wir koennen sie nicht annehmen, aber zurueckweisen koennen wir sie auch nicht...Ganz merkwuerdig! Letztlich hatten wir keine Chance und nahmen die Porzellanbecher und fuhren zurueck nach San Jose. Zurueck zu Menschen, deren Verhaltensweisen wir verstanden...die Fragen bleiben jedoch offen, fuerchten wir!

Grenzgaenger

 

Nach dieser Begegnung ging es Richtung Panama. Nah der Karibikkueste ueberquerten wir die Grenze Richtung Panama. Ein schoener Grenzuebergang, denn wir gingen zu Fuss ueber die Bruecke des Grenzflusses. Uns begleiteten 5 Iren, die wir noch oefter auf der Reise treffen sollten und die uns eine nette Begleitung waren. Nah der Kueste befindet sich die Inselgruppe Bocas del Toro, die wir gluecklicherweise noch mit dem letzten Boot des Tages erreichten. Auf der Hauptinsel hielten wir uns zwei Tage auf, gingen schnorcheln und genossen die entspannte Umgebung. Da die Hauptinsel recht stark vom Partyvolk besetzt war, wechselten wir fuer zwei weitere Naechte auf eine kleinere Insel. Karibisches Flair und Essen, zwei Tauchgaenge und Abende mit unserem netten Hostel-Gastgeber Dixon waren ein wirklich sehr schoen.

 

Unsere Plaene im Nationalpark La Amistad ein indigenes Dorf zu besichtigen wurden vom Kalender durchkreuzt. Die Agentur, ueber die wir haetten buchen koennen hat nur von Montag bis Freitag auf. Es war Sonntag und wir stellten fest, wie desorientiert wir bzgl des Kalenders sind. So haben wir nichts weiter als 3 Stunden Busfahrt investiert. Hin und her. Letztlich sind Plaene dafuer da veraendert zu werden und so stellte sich auch hier mal wieder heraus, dass es nicht schlecht gelaufen ist. Wir machten Halt auf halber Strecke zwischen Almirante und David auf der sogenannten Lost and Found Lodge. Eine oekologisch ausgerichtete Lodge, die nur nach einem ca. 15 minuetigen Aufstieg zu erreichen ist. Das klingt wenig, aber da wir mit grossem Gepaeck und nem grossem Wasservorrat unterwegs waren, war der Aufstieg durchaus anstrengend. Belohnt wurden wir durch ein gutes Hostel, mit ueberzeugendem Konzept und einem atemberaubenden Ausblick. Ich bin wirklich immer ein Kuestenkind gewesen und liebe es auf das Wasser zu schauen, aber dieser Blick [eine Schande, dass wir hier keinen Kartenleser haben, um Bilder hochzuladen] war wirklich unbeschreiblich. Die Berge, die ueber und ueber mit Nebelwald bewachsen sind, boten ein Panorama, das fuer Stunden nicht langweilig wurde. Wir haetten wohl lange da sitzen koennen, den Wolken und dem Nebel beim kommen und gehen zusehen koennen. Langsam schleicht der Nebel morgens von der Seite in das Tal, es bilden sich Wolken die von einer Minute zur anderen eine andere Gestalt und Farbe annehmen, sich im Sonnenuntergang faerben und abends auch gern mal einen Schauer auf unser niederregnen liessen. Kolibirs flattern umher, wir sahen auf den Wanderpfaden, die zum nahe gelegenen Fluss fuerten grosse Kroeten, eine Schlange, grosse bunte Insekten, Voegel, Eichhoernchen, riesige Baeume und so vieles mehr. 

Ausserdem bekamen wir die Chance mit einem der Volunteers dort zu zwei indigenen Doerfern zu fahren. In einem haben wir uebernachtet. Nach dem gemeinsamen waschen im Fuss, hatten wir ein Abendessen aus Bananenbrei - das trockenste, was ich je gegessen habe - aus unreifen gemanschten Bananen und dazu Ei. Ausserdem gab es peachpalm-fruits, derren deutschen Namen wir nochmal googlen muessen. Die Gespraeche waren sehr unterhaltsam, denn sie fragten eine Menge ueber Deutschland und ich muss sagen, wir sind miese Repraesentanten. Die wollen garantiert nie nach Deutschland kommen, denn in unseren Fluessen kann man sich zu grossen Teilen nicht baden, weil dort Schiffe herumfahren. Diese Nachricht hat unfassbares Erstaunen hervorgerufen... wie soll das gehen??? Ausserdem haben wir in Deutschland weder Affen, Papageien, Bananenpflanzen, noch Kaffee und Kakaupflanzen und auch keine Daecher aus Palmenblaettern. Komisches Land. Einzig mit Elektrizitaet konnten wir punkten. Das Toilettenthema haben wir ausgeklammert, aber ich muss schon sagen - den Vergleich brauchen wir nicht zu scheuen... Details ersparen wir an dieser Stelle. Unser Bett war ein Kopfkissen gefuellt mit einigen Klamotten auf dem nackten Holzboden. Fuer eine Nacht war es gut, aber ganz lang haette es uns wohl nicht da gehalten. Letztlich war das ja auch gar nicht so geplant. Am naechsten Morgen brachen wir auf. Als wir uns verabschiedeten bekamen wir noch zwei Namen (unsere sind einfach zu kompliziert), Inga heisst nun EKO und ich TANTU. EKO ist ein ueblicher Name in dem Stamm und TANTU heisst Gluehwuermchen... Wer kann sich denken, warum ich nach der Wanderung diesen Namen bekam? 

Die Wanderung fuerte uns zu einem anderen indigenen Dorf. Aber vorher gabs nen Aufstieg, der schon mal einige koerperliche Anstrengung abverlangte. Zwar war die Steigung noch in Ordnung, aber die Luftfeuchtigkeit sorgte schon fuer Hochrote Koepfe. Oben angekommen erwartete uns bereits ein Empfangskomitee. Dieses Dorf, ebenfalls dem Ngobe-Stamm angehoerend, war viel kleiner und dazu eben abgelegener, so dass wir das Gefuehl hatten, wir waren die Attraktion und der Programmpunkt des Tages. Einige alte Damen hatten offenbar grossen Spass daran am Abhang zu stehen und uns heraufschleichen zu sehen. Wir bekamen von ihnen eine herzliche Begruessung und manchmal wussten wir nicht recht, ob sie uns AN- oder AUSlachten. Egal, die Stimmung war gut. Das darauf folgende Essen auch. Von dort ging es weiter ueber Stock und Stein in Richtung eines Wasserfalls, der laut rauschend viele Meter in die Tiefe ging, um dort unten einen ruhigen und erfrischenden Pool fuer uns zu bilden. Leider fing es auf dieser Tour an zu regnen und der ohnehin schon an einigen Stellen matschige Weg verschlechterte sich. Der Weg selbst war schmal und sehr vielfaeltig in den anforderungen, Bruecken aus Baumstaemmen fuerten ueber kleine Flusslaeufe, teils auch nur Steine, die im Wasser lagen, auf und ab, teils stufen aus Baumwurzeln und oft auch nur der rote lehmige Boden in den einige Stufen eingetreten waren. Begleitet wurden wir von einem Dorfbewohner, der mit seiner Machete an der einen oder anderen Stelle den Weg freiraeumte, oder umgefallene Baeume besser ueberquerbar machte. Auf dem Weg zurueck kamen wir oft ins Rutschen, denn bergab laufen ist in Wirklichkeit viel schwieriger als berauf. Ergebnis war, dass all unsere Klamotten vom roten Lehm gezeichnet waren, wir kaputt, aber um viele Eindruecke und Erfahrungen reicher und damit unsere Reise nach Boquete weitergehen konnte.

Boquete ist ein huebsches kleines Oertchen, dass man schnell zu Fuss erschlossen hat. Umgeben von Kaffeefincas und Hochland haben wir ein Adventure-Programm eingeschoben. Ich (Almuth) habe einen Reitausflug gemacht und gemeinsam sind wir zum Zipling gegangen, wo wir uns an Drahtseilen ueber die Schluchten haben schicken lassen. Ein schoenes Erlebnis und gar nicht so aengstigend, wenn man sich ersteinmal daran gewoehnt hat.

Boquete - das Hochland

Der alte Mann verfolgt uns - nun schläft er sogar in unserem Dorm :-(

Was macht ein alter Mann, der lange schläft und sich die Nächte um die Ohren schlägt, aber scheinbar zu niemandem so richtig Kontakt hat???

 

Ansonsten ist Boquete eine sehr angenehme Stadt. Wir freuen uns, nach den Tagen auf der Lost and Found Lodge mal wieder andere Leute zu sehen, einkaufen gehen zu können, Kaffee zu trinken und Essen gehen zu können u.s.w.

Und der Kaffee ist hier gut, denn Boquete ist die Kaffeeregion von Panama-hier wird sogar der prämierte Gesha Kaffee angebaut. Auf eine Kostprobe für 9$ die Tasse (!!!) haben wir dennoch verzichtet. Dafür gab´s anderen Kaffe, der auch gut schmeckte, und Kuchen. Mmmh...hatten wir auch lange nicht!

 

Da wir ja schon eine Kaffeefinca besucht haben, bleibt nicht allzu viel zu tun:   Almuth geht einmal reiten (ich verzichte nach meinem Erlebnis zu Beginn des Studiums in St. Peter) und wir buchen wir nur eine Ziplining-Tour. Muss man in dieser Gegend mal gemacht haben, der Touri-Klassiker sozusagen. Es bringt aber auch wirklich Spaß, sich an einem Seil eingehakt durch den Urwald "schießen" zu lassen. Man hat von oben einen tollen Blick...

 

Danach gehts nach längerer zeit mal wieder an Meer- die Pazikikwellen rufen!!! Wir wollen surfen und auch das Tauchrevier soll lohenswert sein.

Santa Catalina - Wellen und Unterwasserparadies

Santa Catalina, ein Surfer-Hotspot, bestand vor ein paar Jahren vermutlich nur aus ein paar Hütten, nun ist es ein kleines Dorf mit 2 Straßen und in paar Jahren wird es wahrscheinlich ein mehr oder weniger erschlossener Touristenort sein. Warum wir das vermuten?

Es wird Land verkauft, Häuser werden gebaut, Straßen geteert - eigentlich ist der halbe Ort eine Baustelle!!! Bisher blieben die Touristenströme trotz der fantastischen Wellen laut Lonely Planet noch aus, weil der Weg nach Santa Catalina etwas beschwerlich und deshalb langandauernd ist. Aus demselben Grund hat der Supermarkt, wenn man ihn denn als solchen bezeichnen kann, ein mehr als reduziertes Angebot: 3 Ananas, ein paar Bananen, Zwiebeln, Nudeln und fertige Tomatensoße, Cracker und süßes Brot. Gäbe es nicht die wirklich gute Panaderia und den Gemüse-/Obstwagen, der hin und wieder durch die Straßen fährt und seine Waren über ein Megaphon anpreist, wären wir wahrscheinlich verzweifelt.

 

Des Weiteren gibt es nach Aussagen der Auswanderer vor Ort für Leute, die weder Surfen noch Tauchen, dort nichts zu tun! Damit haben sie wahrscheinlich recht - die 2 Straßen sind recht schnell abmarschiert, an den Stränden ist Baden zwar möglich, aber wahrscheinlich macht es nur Wellenliebhabern Spaß.Dennoch: Wir mögen es! Das Meer rauscht, wir haben eine schöne Unterkunft bei Rolo mit Hängematten und dem Meer vor der Tür.Wir kaufen uns ein Bier und halten Siesta - herrlich!Wir haben das Gefühl, dass wir das ewig machen können. Mal schauen wir Surfern zu, mal den Wellen, die die kleinen Fischer- und Tauchboote hin und her wiegen. Oft sammeln wir Muscheln, obwohl zumindest ich das eigentlich gar nicht wollte- aber irgendwie kann man hier nicht anders. Abends kommen die Kinder aus dem Dorf und spielen am Stand vor untergehender Sonne Fußball. Da braucht man eigentlich gar nicht reden...wer Almuth und mich kennt, der weiß, dass das jetzt viel heißt!

 

Biertrinken tut die Dorfbevölkerung auch! Zu viel, finden wir, eigentlich immer. Wir müssen, egal wohin wir wollen, immer an so einer Art Trinkhalle vorbei - da gehts zu jeder Tages- und Nachtzeit heiß her und die Leute sehen teilweise mehr als fertig aus. Wir fragen uns, ob der Einfluss der Auswanderer und Touris den Alkohlkonsum hat steigen lassen???Mögliche Ursachen gibt es sicher viele und ergründen werden wir sie wohl eher nicht, aber dennoch bleibt es ein Thema, was uns beschäftigt.

 

Neben unserer Hauptbeschäftigung "aufs Meer zu schauen", organisieren wir einen Fun-Dive im Nationalpark Coiba, in dem man uns "a lot, and really big fish" verspricht. Außerdem beschließen wir eine Nacht auf der Insel Coiba zu übernachten, um dort noch ein wenig zu wandern.

 

Die Tauchgänge haben gehalten, was sie versprochen haben, aber als wir vom zweiten Tauchgang auftauchten war die See schon deutlich unruhig....und das Boot nicht in Sicht!!Halllooooo?Kann jetzt bitte dieses Boot mal auftauchen? Nach ein paar Minuten schwimmen, erschien es Gott sei Dank (quasi aus dem Nichts) und sammelte uns ein. Und dann ging es auch schon los: Wind wurde zum Sturm, kleine Tropfen zu einem Sturzbach.

Nun saßen wir also alle im Boot, zogen den Hals ein und starrten auf den Boden des Bootes, weil man sonst die Schmerzen, die die Riesentropfen des Tropenregens im Gesicht verursachen, nicht aushalten konnte. Wir wurden auf Coiba abgesetzt und der Rest machte sich auf dem Weg zurück nach Santa Catalina - ich hätte nicht tauschen wollen, denn die Fahrt nach Santa Catalina dauert mind. 1 Stunde.

 

Auf der Insel angekommen, erleben wir ein ausgemachtes Tropenunwetter. Der Himmel ist schwarz, es gießt wie aus Kübeln, Plastikstühle und -tische fliegen durch die Luft und auf der Rasenfläche bildet sich ein See. Unglaublich! Nach 60 Minuten ist alles vorbei, aber unsere geplante Wandertour muss auf den nächsten Vormittag verschoben werden. Wir essen also Kekse, Bananen und müssen aufpassen, dass noch etwas für das Frühstück übrig bleibt, denn einen Laden gibts hier nicht. Es gibt nur uns, den Sheriff, ein paar Angestellte und irgendwann taucht noch eine amerikanische Familie und deren Guide auf.

 

Am nächsten Vormittag machen wir eine kurze Wanderung zu einem Aussichtpunkt. Weil wir unsere Schuhe nicht verdrecken wollen - der rote Lehmboden klebt anschließend immer wie eine 3 cm dicke Platte um den gesamten Schuh- laufen wir mit Tevas los. Nach 10 Minuten bewegt sich trotz aufmerksamen Blicken etwas: Eine mind. 10 cm große haarige Spinne! Oh, mein Gott! Nach dem ersten Schock und einem Foto laufen wir wieder runter, ziehen uns andere Schuhe an und laufen wieder hoch. Der Ausblick ist atemberaubend! Nach dem Abstieg schaffen wir noch eine kurze Schnorchelrunde, bevor wir wieder abgeholt und nach Santa Catalina gebracht werden.Wir finden, der Aufenthalt auf Coiba hat sich auf alle Fälle gelohnt.

 

Und was Santa Catalina angeht: Wir sind gespannt, wie es sich weiter entwickelt. Ob die Auswandererträume der zugezogenen Europäer und Amerikaner wahr werden und weiterhin Touristen kommen, aber der Ort seinen Charme behält? Oder wird der Massentourismus Einzug halten? Wir haben jedenfalls einen Tipp für alle Auswanderer: Macht einen Supermarkt auf, der wird dringend benötigt!

Ein paar Worte ueber Panama

Nun, da wir gut zwei Wochen in Panama sind und schon die letzten Programmpunkte unserer Reise planen und dabei merken, dass wir diese Berichte nie und nimmer zufriedenstellend schreiben koennen, soll es ein paar allgemeine Worte zum Land geben. Wie wir schon mehrfach schrieben "Oh, wie schoen ist Panama"...

Panama ist schoen! Und fuer alle, die ueberlegen was ihr naechstes Reiseziel sein soll, denen sei dieses Land waermstens ans Herz gelegt.

Die Landschaft ist phaenomenal. Zumindest koennen wir das von westlichen Teilen des Landes sagen. Das satte Gruen der Huegel und Berge ist fantastisch. Die Strassen schlaengeln sich hindurch, Auf und Ab, links und rechts, teils ein bisschen halsbrecherisch, aber dennoch nie langweilig und wunderschoen zum Traeumen eignen sich die Fahrten. Wanderwege sind an vielen Orten ausgewiesen oder Local-guides helfen dabei schoene Orte zu finden. Die Pazifikkueste ist trotz ihrer bei Surfern beliebten Wellen zum Baden geeignet, weil es sehr flach ins Wasser geht. Die Straende liegen voller Muscheln. Moeglichkeiten zum Tauchen und Schnorcheln sind reichhaltig. Besonders schoen ist, dass grosse Teile dieser schoenen Landschaft geschuetzt sind. Sowohl im Nebelwald, als auch Bereiche des Meeres, wie zum Beispiel das Gebiet um die Insel Coiba auf der wir eine Nacht verbrachten.

 

Trotz dieser weitreichenden Schutzgebiete und dem immer wieder beworbenen Oekotourismus bleibt auf diesem Gebiet noch viel zu tun. Ein weitreichendes oekologisches Bewusstsein ist nicht erkennbar, vielmehr macht es den Eindruck, dass vieles im Interesse der Touristen erfolgt. Jedoch haben wir beispielsweise mit der Kaffeefinca und der Lost and Found Lodge auch ausgesprochen gute Beispiele kennengelernt, in denen dies nicht der Fall war.
Besonders der Muell ist ein Problem, welches unuebersehbar (z.B. am Strassenrand) noch weit von einer Loesung entfernt ist. Immerhin gibt es in grossen Teilen eine Muellabfuhr, was aber dann damit passiert? Ob unsere getrennten Behaelter aus den Hostels dem Recycling zugefuehrten werden? Zweifel sind berechtigt. So bleibt die Bewertung des Oekofaktors wohl eine Frage des Vergleichs - zieht man ihn mit Europa sind die Maengel gross, fuer ein Land in Lateinamerika ist es sicherlich schon recht fortschrittlich.

 

Die Menschen hier koennen wir im Grunde nicht charakterisieren. Panama ist eine Zusammenkunft - und offenbar eine friedliche - zwischen unterschiedlichsten Menschen und ihren ganz eigenen Werten. Es gibt viele indigene Staemme (unter anderem die Ngobe, die wir besucht haben und die Kuna Yala, die wir ab Sonntag besuchen werden), die in Ihren Doerfern weitestgehend unabhaengig von der Politik leben. Die Kuna sind dabei eine Besonderheit, denn San Blas ist quasi IHR Land, nur sie duerfen darauf Geschaefte betreiben und Regeln aufstellen. (So darf zum Beispiel nicht getaucht werden...) So wie es scheint wird ihre Kultur sehr stark toleriert und respektiert. Dies ist zunaechst sehr positiv. Jedoch reicht unser Wissen und Verstaendnis eben nicht aus, um die Lage zu beurteilen. Werden die staatlichen Schulen (die es ueberall dort gibt) gleich bezahlt? Haben die Kinder die gleichen Chancen? Wie sind die Perspektiven dieser indigenen Doerfer, die an ihren Traditionen festhalten in einer sich entwickelnden Welt, die ganz offenbar nicht an Ihnen vorbeigeht. Knallbunte Getraenke werden palettenweise in 0,5l Flaschen den Berg herauf geschleppt und oben gibt es im Grunde keine Muellentsorgung, weil alles darauf ausgerichtet ist, dass man sich aus der Natur versorgt...  (Liebe Anja, ich bin gespannt auf deine Meinung!)

Auf dem Land haben leben die Menschen in Holzhaeusern mit Palmendaechern oder in der moderneren Steinvariante, die dann meist sehr farbenfroh gestrichen wird. Stets haben die Haeuser eine grosse Veranda oder einen Unterstand unter dem das Leben stattfindet und nicht selten auch die Couchgarnitur steht - alternativ die Haengematte. Das Leben findet draussen statt und aufgrund der Regenzeit, bzw der heissen Sonne sind diese Unterstaende wohl sehr praktisch.

Hier in Panama City finden sich Einwanderer verschiedenster Laender, besonder aus China, und fuer alle gibt es ein heimatliches Restaurant. Der US-Amerikanische Einfluss ist nicht zu uebersehen. An den Schaufensterscheiben steht 'Ropa Amerikana', die Musik, das Essen etc, in vielen Dingen sind die Einfluesse zu erkennen.

Von der Dachterrasse unseres Hostels konnten wir Wellblechbaraken vor der glaesernen Wolkenkratzer Skyline sehen. Ein Bild was deutlich macht, wie stark arm und reich aufeinander treffen. Im Grunde tun sie das in jeder Stadt, aber hier scheinen die Unterschiede besonders deutlich. Man sagt die drei Haupteinnahmequllen zum Bau dieser reichen Gebaeude seien 1. die Banken, 2. der Kanal und 3. das Koks. Bedenklich. Und zudem immer wieder erschreckend wie ungerecht die Verteilung erfolgt.

Insgesamt ist die Entwicklung hier jedoch schon sehr weit. Wir koennen in fast allen Hostels das Leitungswasser trinken, was uns eine Menge Schlepperei erspart seitdem wir unsere Skepsis abgelegt haben und uns trauen. Auf der Strasse nach Santa Catalina gab es unzaehlige Schilder, die Foerderprojekte fuer Wasserversorgung, Schulen, Strassenbau etc aus Mitteln des Kanals beschrieben. Oft sehen wir Leute mit Zahnspangen, was darauf hindeutet, dass die medizinische Versorgung besser ist als in anderen Laendern, die wir gesehen haben.

Wir sind sehr gespannt, welchen Eindruck wir von den Kuna in San Blas bekommen werden.

Panama City und San Blas (Kuna Yala)

San Blas, die Region der Kuna Yala, liegt ca 3,5 Autostunden von Panama-City entfernt. Die Fahrt dahin, die teilweise durch den Nationalpark des Darien führte, hatte Ähnlichkeit mit einer Achterbahn-Fahrt. Es geht hoch und runter, rechts- und linksrum, nicht selten rauschen wir innerhalb einer Kurve relativ steil bergab, so dass sich im Magen dieses Acherbahn-Gefühl einstellt. Wahnsinn! Nie geht es einfach nur geradeaus und immer hat man einen wundervollen Ausblick auf die unterschiedlichsten Pflanzen des Urwaldes. Dafür fehlt hin und wieder ein Stück Teer oder die Hälfte der Straße zu mehr als der Hälfte weggebrochen (natürlich an einer Stelle, wo es steil bergab geht, versteht sich).

 

An die Autofahrt schließt sich ein 30-minütiger Bootstransfer durch das Inselarchipel der Kuna Yala an. Insgesamt gehören den Kuna Yala 365 (!) Inseln. Sie sagen "eine für jeden Tag", wenn auch nicht alle Inseln bewohnt sind. Einige haben nur einen Durchmesser von wenigen Metern und beherrbergen lediglich eine einzige Palme, andere sind größer und bewohnt, wiederrum andere werden nur touristisch genutzt. Wir übernachten 3 Tage auf einer Inseln, die in 5 Minuten zu umlaufen ist und zwei Unterkunftsmöglichkeiten bietet: Entweder man geht zu Tony oder zu Franklyn. Wir haben bei Tony gebucht, der uns in einem kurzen Briefing Sicherheitshinweise gibt: Die grünen Kokusnüsse sind "safe" , die gelben und braunen können herunterfallen. Also immer brav den "Hans guck in die Luft" machen, bevor man unter einer Palme spazierengeht oder liegt. Ein Franzose beschrieb das Leben auf dieser Insel am ersten Abend sehr treffend: "It´s a very simple life here, very simple. But you´ll like it."

Er hatte recht: Das Leben wird bestimmt durch drei Mahlzeiten, die alle gemeinsam an einem Tisch einnehmen. Diese werden durch ein Muschelhorn angekündigt, woraufhin alle Übernachtungsgäste ihre bisherigen Tätigkeiten (schlafen, in der Hängematte liegen, lesen, im Wasser liegen) unterbrechen und zur Versorgungshütte laufen. Nach dem Essen geht man wieder einer dieser Tätigkeiten nach, manchmal überkommt uns ein Bewegungsdrang, dann gehen wir einmal um die Insel :-)

Abends schaut die ganze Insel gemeinsam den Sonnenuntergang an, dann sitzt man zusammen, spricht über dieses und jenes, spielt Uno, trinkt Bier oder Rum - die einen mehr, die anderen weniger. Die Israelis und die Kuna Yala eher mehr - mein Gott, was ist das für ein Stamm, der einerseits tief mit Mother Earth verbunden ist, aber anderseits säuft bis zum Umfallen. Naja, vielleicht stellen erst der Alkohol und diverse andere konsumierte Substanzen die Verbindung zu Mother Earth her - man weiß es nicht genau...Wir hatten jedenfalls unseren Spaß beim Lästern und Zugucken :-)

 

Einmal haben wir unseren Phlegmatismus besiegt und einen Ausflug zu einer anderen Insel noch kleinerer Größe gemacht. Dort gab es keine Hütten, aber ein Wrack, um welches man wunderbar schnorcheln und Fische betrachten konnte. Anschließend haben wir wieder rumgelegen und auf´s Wasser gestarrt. Das entspannt unheimlich, wenn man sich erstmal von der Vorstellung gelöst hat, dass man irgendwas tun muss. Nein, man muss nichts tun, man kann da einfach nur sitzen...Jeder sollte das einmal ausprobieren!

 

Alle haben von San Blas geschwärmt und wir geben ihnen recht. Es ist ein Paradies hier! Ein perfekter Ort, um die letzten Tage zu genießen, um dann tiefenentspannt den Rückflug antreten zu können. Adios Panamá!

 

Danke an folgende Personen, die uns in jeder auf seine Weise auf der Reise besonders unterhalten haben:

  • Terry
  • die 2 Kanadier
  • Fam. Solano Sanchéz
  • die 5 Iren
  • Dixon
  • Miss Kimberly
  • das Opfer
  • Kate
  • Fam. Claudio ? (Norteno)
  • der freundliche Truckfahrer
  • Jaime
  • Daniela und Verena
  • Juan
  • der alte Mann
  • Tony aka "Der kleine Prinz"
  • nicht zu vergessen: Die Boring Kekse, Cerveza Balboa und Ron Abuelo ;-)

 

Leider nicht mehr in unserem Besitz

  • Inga´s grünes Funktionsshirt
  • Inga´s weißes Shirt
  • Regenschirm
  • Almuth´s Fotoapparat :-(